Projekte

von Claudia Lemke (Theater Mücke)

Kinder an die Macht! Seit April haben sich 36 Kindergartenkinder von der Alpenstraße entschlossen schon vorab die Burg zu stürmen und dort Theater zu spielen, ihr Thema: die Wilhelmsburg. Zusammen mit Claudia Lemke haben sie hierfür die Wilhelmsburg erlebt sowie sich spielerisch und fantasievoll mit deren Geschichte und Architektur auseinandergesetzt. Jörg Zenker hat sie mit seiner Burgführung bei ihrem Einstieg eindrucksvoll begleitet. Die Kinder waren seitdem öfter oben auf dem Berg und haben die Burg besucht, erfühlt, beobachtet, gemalt und sogar mit Steinen und Zement nachgebaut.

Was die Kinder auf ihrer Reise „Kinder auf der Burg“ bewegt, interessiert und umtreibt wird nun in den kommenden Wochen theaterpädagogisch erarbeitet und auf unserem Burgfest am 13. Juli ab 14.30 Uhr präsentiert. Wir freuen uns über alle interessierten Zuschauer.

Info und Reservierungen unter: 07305-933444
Theater Mücke

von Silvia Wienefoet und Ralph Walczyk

Meins, alles meins! Um der Wilhelmsburg und unserem Anspruch als Bürger darauf mehr Sichtbarkeit zu verleihen, wird der Schriftzug „This is | mine | all mine“ auf die Fassade angebracht. Das Kunstwerk von Silvia Wienefoet und Ralph Walczyk stellt sich den Fragen „Wem gehört der öffentliche Raum?“, „Wem gehört ein nationales Kulturdenkmal?“ und „Wem gehört letztendlich die Burg?“.

von Ines Fiegert, Jeremias Heppeler und Christof Heppeler

Unter dem Titel „Das Polygonalsystem“ bespielt das Künstler-Trio ein Stockwerk des Flankturms. Dieser einzigartige und unberührte Raum wird von Fiegert mit einem Netz umwoben, welches um visuelle und akustische Elemente erweitert wird. Darüber hinaus nimmt das Trio durch audiovisuelle Reize, Projektionen, Texte und Malerei Bezug auf die omnipräsenten Spuren und Zeichen der Wilhelmsburg. Die Gäste können sich selbst im Netz bewegen und Klänge erzeugen – so entsteht ein Hybrid aus Ausstellung, Performance und interaktiver Installation.

Nachtkultur Tuttlingen, Installation am Brunnen, der Teil das Ganze.

vom Kollektiv carly/lasker-berlin/scheer

In drei verschiedenen Räumen durchschreitet das Publikum die Zeit und wird in ganz gegenwärtig wirkende Situationen versetzt, denen sie nicht einfach entfliehen können, deren Gehalt an Fiktion und Authentizität sie immer selbständig überprüfen müssen. Was kann es heute noch heißen einen Bund zu gründen oder sich in eine Festung zurückzuziehen ohne gleichzeitig der reaktionären und rassistischen Neigung vergangener und aktueller Zeiten nachzugeben, sich als Gemeinschaft abzuschotten und andere auszuschließen?

jeden Donnerstag im August und September immer ab 20:00 Uhr, immer Eintritt frei!
(Vielen Dank an KunstWerk e.V., der die Reihe im Auftrag des AKK koordiniert.)

Der Arbeitskreis Kultur (AKK) ist ein Zusammenschluss von derzeit 60 Ulmer Kulturakteuren und dient als Plattform, um Ideen, aber auch Herausforderungen, die Kulturarbeit in Ulm betreffend, zu diskutieren, voranzutreiben und sich zu vernetzen. Mit dem Einzug der Wilhelmsburg in das Ulmer Kulturleben durch den „Pop Up Space“, möchten wir die Gelegenheit nutzen, die zahlreichen unterschiedlichen Facetten des AKK aufzuzeigen und haben hierfür ein spannendes, vielfältiges und schönes Programm für euch zusammengestellt. Also: STÜRMT DIE BURG!

Der Neue Saarbrücker Kunstverein hat für den Pop Up Space der Wilhelmsburg in Ulm ein Konzept mit dem Arbeitstitel „Burgfestspiele“ entwickelt.

Vom 01.08.2018 bis zum 30.09.2018 beziehen die aktiven Mitglieder des Neuen Saarbrücker Kunstvereins die Wilhelmsburg.

Über den Zeitraum von acht Wochen und in vier öffentlichen Veranstaltungen werd en geladene Kunstschaffende gemeinsam mit dem Neuen Saarbrücker Kunstverein die Festung erkunden.
In einem vorgesehenen Rhythmus von zwei Wochen wird mit wechselnder Belegschaft die Festung neu gedacht. Und so der geistigen Verfestigung entgegengewirkt.
In dieser Zeit werden auch die Vorbereitungen für den Empfang des Publikums getroffen, die schließlich in einem sonntäglichen Programm, „den Burgfestspielen“, münden.

Gemeinsam geht es den aktiven Mitgliedern, Freunden des Vereins und geladenen Gästen, in erster Linie darum, Zeit miteinander zu verbringen . Während dieser Zeit hat jeder der Beteiligten die Freiheit das zu tun/ untersuchen/ experimentieren/ herausfordern/ schmecken/ hören/ sehen, worauf sie oder er Lust haben. Aus dieser Freiheit entwickelt sich ein Selbstverständnis, welches in die Entfaltung von Projekten mündet, die schließlich dem Publikum zugänglich gemacht werden. Durch diese Spontanität wachsen und entwickeln sich Formate, welche im Vorhinein nicht planbar sind.

Die geladenen Künstlerinnen und Künstler und deren Konzepte stehen im Fokus der öffentlichen Veranstaltungen. Diese werden Formen wie Performances, Ausstellungen, Aktionen und Spaziergänge annehmen und jeden zweiten Sonntag präsentiert. Neben diesem Hauptprogramm gibt es kleine Projekte der aktiven Mitglieder und der Freunde des Vereins, die ebenfalls Einzug in die Veranstaltung finden werden.

Die Kinderburgfestspiele werden ebenfalls fester Teil der Veranstaltungsreihe sein. Den Kindern aus der Umgebung soll die Möglichkeit geboten werden 24 Stunden mit dem Kunstverein die Burgfestspiele zu erleben. Hierzu wird ein Kinderprogramm mit Spielen und Workshops angeboten. So soll eine spielerische Herangehensweise an die zeitgenössische Kunst anhand der zu diesem Zeitpunkt laufenden Ausstellung vermittelt werden.

Der Verein kann auf ein großes Netzwerk von Freunden zurückgreifen.
Die Freunde des Vereins sind ehemalige aktive Mitglieder, befreundete Künstler oder einfach Menschen, die dem Verein gewogen sind.
Die Freunde des Vereins reisen während der zwei Monate aus verschiedenen Städten Deutschlands und benachbarten Staaten wie Luxemburg, Frankreich, Belgien und den Niederlanden an, um bei den Burgfest¬spielen mit zu wirken.

Während den Monaten August und September sieht der Neue Saarbrücker Kunstverein es vor, in der Stadt Ulm zu wohnen und die Burg intensiv zu beleben. Die Eingriffe werden nicht nur auf der Wilhelmsburg, sondern auch im freien Umfeld und dem städtischen Raum stattfinden. Darüber Hinaus streben wir Zusammenarbeiten mit Institutionen vor Ort, wie dem K25 Projektraum oder dem Kunstverein Ulm an.

Veranstaltung Wolf Kohl Ziege, Ein mathematisches Theater

von den Agenturen  „Widerstand und Söhne“ & „Bootschaft | Büro für Gestaltung

Im Projekt „Wilhelmsbüro | Creative Space“ verlegen zwei junge Ulmer Firmen ihren Arbeitsplatz einmal die Woche für zwei Tage (48h) über einen Zeitraum von 5 Wochen in die Wilhelmsburg. Das Firmen-Duo besteht aus der Hard- und Software-Schmiede “Widerstand und Söhne” und dem Designbüro “Bootschaft | Büro für Gestaltung”. In dieser Zeit gehen sie nicht etwa ihrem normalen Tagesgeschäft nach, sondern widmen sich vorab gestellten und dem Team zuvor unbekannten Aufgaben und Problemstellungen von Ulmer Bürgerinnen und Bürgern. Über eine Online-Plattform hat jeder und jede die Möglichkeit eine Aufgabenstellung einzureichen. In 48 Stunden werden kostenlos Lösungen erarbeitet und anschließend der Öffentlichkeit präsentiert.

von Alan Hilario

Sa, 24. November, 20.00 Uhr
So, 25. November, 18.00 Uhr

„Der Grundriss des Werkes FÜNF RÄUME – SIEBEN MUSIKERiNNEN für kleines Ensemble und Zuspielband leitet sich aus den Räumlichkeiten der Wilhelmsburg in Ulm ab: vier Räume nebeneinander, ein angrenzender Flur und 8 Türen, die für mich sogar wichtiger als die Räume sind. Sie dienen als Werkzeug, um etwas herein- oder außen vor zu lassen bzw. um Akzeptanz oder Ablehnung zu demonstrieren. Während der Aufführung werden die Türen in zahlreichen Kombinationen geöffnet oder geschlossen.

Mit „FÜNF RÄUME“ wird zweierlei artikuliert: erstens die Verwendung des Flurs als weiterer Beschallungsraum wie bei einer „Ferntrompete“ im klassischen Repertoire und zweitens – da der SWR das Werk aufnehmen wird – der fünfte Raum als der Raum, in dem – wo auch immer – bei der Sendung dieses Stücks ein Radio stehen wird. Die Radiohörer werden allerdings im Gegensatz zum Live-Publikum – welches das Stück eher „fragmentarisch“, dafür aber mit einem ausgeprägten räumlichen Aspekt wahrnehmen wird – eine Stereo-Fassung aus allen Räumen hören. 

Während das Publikum an einen Sitzplatz gebunden ist, werden die MusikerInnen in den Räumen insgesamt 38 Mal ihre Positionen wechseln, wodurch sich eine Vielfalt an Nah- und Fernbezügen zwischen Zuhörern und InstrumentalistInnen ergibt. Dabei muss man in Kauf nehmen, dass – während in der Stereo-Fassung die Klänge der Partitur entsprechend gemischt werden – in der Live-Version daraus zwangsweise etliche Disbalancen resultieren. Es gibt sogar Stellen, wo das Publikum nur Nebenklänge hören wird: es befindet sich sozusagen in „Wartestellung“ bis ein/e MusikerIn wieder diesen Raum betritt. Solche unkonventionellen Hörweisen sind gewollt und basieren – wie bereits erwähnt – auf den Gegebenheiten der Konzerträume. Das Werk wird jedoch an beiden Konzertabenden wiederholt, sodass jeder Zuhörer bei der zweiten Aufführung in einen anderen Raum wechseln kann, um sich eine neue Perspektive zu eröffnen.

Flucht und Migration ist das Thema, das ich angehen möchte, ohne dabei dokumentarisches Bild- oder Klangmaterial zur Schau zu stellen. Stattdessen möchte ich den Fokus auf jene Klänge lenken, die zu den Menschen in privilegierter Lage gehören, welche auch die Macht haben, das Schicksal anderer Menschen zu bestimmen. Basierend auf solchen Klängen wurde das Zuspielband gebildet: nach einem Aufruf zu einer „sound files donation“ habe ich diverse Symbolklänge meiner Komponisten- und MusikerkollegInnen erhalten, die speziell für dieses Projekt einen Klang für mich aufgenommen haben. Dies sollten „Alltagsgeräusche aus dem persönlichen Umfeld sein – alles, was wegfallen würde, wenn man mit der Ungewissheit flüchten müsste, möglicherweise nicht wieder zurückkehren zu können.“

Alan Hilario

Mitwirkende Musiker/Musikerinnen:
Vanessa Brenzinger-Schüz, Flöte
Karin Schweigart-Hilario, Flöte
Mark Lorenz Kysela, Saxofon
Anne Schumacher, Violoncello
Sebastian Berweck, Tasteninstrumente
Pascal Pons, Schlagzeug

von Joachim Fleischer

In der Lichtinstallation „Tomogramm“ von Joachim Fleischer bildet sich eine Art Tomographie der vorhandenen Architektur ab. Im langen Verbindungsgang innerhalb der Festung sind Lichtquellen installiert, welche Lichtlinien aussenden. Diese legen durch das Scannen Details und Fragmente des Ortes offen: das Licht seziert den Raum. Die einzelnen Lichtabschnitte schreiten mit dem Besucher, bewegen sich auf ihn zu oder entfernen sich und gewinnen so Autonomie. Wie Erinnerungsfetzen drängen sich die Scanabschnitte auf oder verhallen wie ein Knall in der Tiefe des Raumes, dessen Dimension und dessen Geschichte assoziativ und bruchstückhaft erscheinen.Trotz der Reduzierung der Mittel und den radikalen Einsatz von Nähe und Ferne, entstehen in den Abschnitten des Raumes durch das Abtasten mittels Licht Arten von Raum-Zeit-Modellen.

Weitere Infos zu Projekt und Künstler gibt es hier.

Am 2. Adventswochenende kombiniert das Projekt „IM KLANGSTROM. BURG | STADT | BURG. ULMER VERTONUNGEN.“ von Renate Hoffleit und Michael Bach Bachtischa Aufführungen auf der Wilhelmsburg und im Ulmer Münster. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Metamorphose von Klängen und Geräuschen von zwei entfernt liegenden Orten (Ulmer Münster & Wilhelmsburg) mittels der Klanginstallation VERTONUNG. Dabei filtern mit Mikrophonen ausgestattete Röhren bestimmte Frequenzen aus dem akustischen Geschehen der Orte heraus. Diese Klänge werden digital zum jeweils anderen Ort übertragen, dort erneut VERTONT und wieder digital zurückgesandt.
Begleitet werden die Kompositionen von M. Bach Bachtischa für Cello und Stimme. Der Klang der menschlichen Stimme wird bei den Performances von Angelika Meyer und Frank Wörner im Münster ebenfalls VERTONT. Auch Ulm-typischen Klängen spüren die Projektverantwortlichen nach: dem Geläut der Münster-Glocken, Verkehrsgeräuschen und Wassergeräuschen der Blau. Zeitgleich werden Videos aufgezeichnet, die simultan mit den VERTONUNGEN projiziert werden.

Wie’s genau funktioniert, seht ihr hier: https://youtu.be/jOiVS9trbKM

Ein Klangstrom-Pass kostet 10 Euro. Ein kostenloser Shuttle Bus ist zwischen der Neuen Mitte und der Wilhelmsburg an diesen Tagen eingerichtet.
Das Projekt wird maßgeblich gefördert vom Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg, sowie der Kulturabteilung der Stadt Ulm, der Landesbank Baden-Württemberg und der Ulmer Münstergemeinde.

Das Projekt findet vom 7. bis 9. Dezember statt.

Uhrzeiten der einzelnen Programmpunkte:

WILHELMSBURG

07.12.2018, 17h30: Einführung der Autoren.

08.12.2018, 13h15: Videowand WasserVERTONUNGEN. 14h00 Konzert CHACONNE von J. S. Bach (Michael Bach, Cello) mit VERTONUNGEN zwischen Burg und Münster: hörbar um 14h30 im Münster, 15h in der Burg, 15h30 auf dem Münsterplatz, 16h in der Burg. Gleichzeitig Videowand: VERTONUNGEN vom Blautopf bis zur Blau-Mündung.

09.12.2018, 11h30: VERTONUNGEN der Münster-Glocken, des Weihnachtsmarkts, der Stadtgeräusche, Videowand. 14h30: Konzert NURHAUFFÜGUR für Cello von M. Bach Bachtischa mit VERTONUNGEN zwischen Burg und Münster.

 

ULMER MÜNSTER

07.12. (nachmittags), 08.12. u. 09.12.2018 (ganztägig), Westwand der Turmhalle: Video-Projektion FENSTERROSE (Renate Hoffleit).

08.12.2018, 11h00, Turmhalle: Stimmkunst von Angelika Meyer. Anschließende Wiedergabe der VERTONTEN Stimme. 14h30, Turmhalle: Digitale Übertragung des VERTONTEN Konzerts von der Wilhelmsburg u. erneute VERTONUNG. 15h30, Münsterplatz: Lautsprecher-Wiedergabe und VERTONUNG mit Umgebungsgeräuschen. 17h30 Turmhalle: Konzert INTERLUDIEN für Cello von M. Bach Bachtischa mit Lautsprecher-Zuspielung von allen VERTONUNGEN der CHACONNE.

09.12.2018, 10h30, Portal: VERTONTE Münster-Glocken. 14h45, Turmhalle, 14h50 Münsterplatz: Lautsprecher-Wiedergabe der VERTONUNGEN von NURHAUFFÜGUR auf der Wilhelmsburg. 17h00 Turmhalle: Konzert RÖHRENSTÜCKE für Stimme und Cello von M. Bach Bachtischa, Bariton: Frank Wörner, Cello: Michael Bach.