Vertikale Erschließung

Bau eines neuen Erschließungskerns

Für die weitere Belebung der Burg werden Räume auf rund 1000 m² Nutzfläche ausgebaut um Nutzungen auszuprobieren. Die Räume entstehen im Erdgeschoss und Obergeschoss im Ostflügel des Reduits. Auf Grundlage eines bereits ausgearbeiteten Vorentwurfs wurde über ein Suchverfahren das Architekturbüro für die weitere Planung und Durchführung beauftragt.

Projektbeschreibung

Die Maßnahme beinhaltet einen Erschließungskern mit Aufzug und Treppe vom Untergeschoß bis in das erste Obergeschoß. Der Zugang erfolgt im Hochparterre über den Innenhof. Ein provisorischer Zugang mit Treppe und Rampe ermöglicht die barrierefreie Erschließung vom Hof. Die Aufenthaltsräume unterscheiden sich hinsichtlich Größe und Belichtung und somit in ihrer Nutzbarkeit. Sie sind können für Wohnen, Büros und Ateliers genutzt werden. Vermieter wird die Stadt Ulm sein.

Der Ausbaustandard der Räume wird in Anlehnung an den Theaterausbau gewählt. Die Ausführung hat sich bewährt und wird hier in einem weiteren musterhaften Ausbau umgesetzt. Das Quadermauerwerk wird von Putz und Beschichtungen befreit. Durch einfaches Schlämmen der Oberflächen bleibt die Struktur erhalten. Die räumlichen Veränderungen sind sehr gering. Den größten Eingriff in die Substanz stellt die vertikale Öffnung für den neuen Treppenraum dar. Hierfür müssen zwei Gewölbedecken abgebrochen werden, entsprechende Gurtungen aus Stahlbeton stabilisieren die angrenzenden Bauteile. Eine weitere deutliche Veränderung ist der neue Eingang vom Innenhof, dieser wird anstelle von zwei vorhandenen Fenstern hergestellt.

Neue notwendige Wände werden in Mauerwerk oder Leichtbau erstellt. Der Bodenbelag wird in den Aufenthaltsräumen mit einem robusten Industrieparkett ausgeführt. Im Flurbereich kommt ein hoch belastbarer Zementbelag zur Ausführung, die Nassräume werden gefliest. Das Treppenhaus wird mittels Brandschutztüren von den Aufenthaltsräumen und angrenzenden Türen abgetrennt, die Fenster werden in Holzkonstruktion ausgeführt, großteils in Anlehnung an die historischen Teilungen.

Die Haustechnik wird auch bei dieser Maßnahme – entsprechend dem Theaterausbau – auf einfachem Niveau gehalten. Neu verlegt werden Anschlussleitungen für Trinkwasser und Elektro. Die Heizung wird über einen Ölbrennwertkessel im Untergeschoss versorgt. Das in geringen Mengen anfallende Schmutzwasser wird in das vorhandene Kanalsystem geleitet.

Der Entwurf wurde unter Gesichtspunkten der Denkmalpflege entwickelt und abgestimmt. Die Ausführung vor Ort und Details werden vom Denkmalschutz intensiv begleitet.
Die umgebauten Räumlichkeiten sind nach Fertigstellung barrierefrei zugänglich.
Sämtliche neuen Bauteile, z. B. Fenster entsprechen den städtischen Energiestandards. Die Gebäudehülle wird energetisch nicht verändert, hier werden die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt. Eine Photovoltaik-Anlage ist bereits auf dem Dach des Frontflügels installiert.

Zeitschiene

Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung wurden im April 2017 abgeschlossen.
Der Baubeginn ist Anfang September 2017 erfolgt.

Geplante Fertigstellung ist Herbst 2018.