Theaterausbau

Planung und Ausbau eines Gebäudeabschnitts für die Theaternutzung

Der bislang einzige und feststehende Nutzungsbaustein für die Wilhelmsburg ist die Herstellung der baulichen Voraussetzungen für eine regelmäßige Nutzung im Rahmen des ‚Theatersommers‘ auf der Wilhelmsburg.

Projektbeschreibung:

Am linken Flankenturm, im nordwestlichen Bereich des bestehenden Gebäudes, wurden auf rund 1.250 m² Nutzfläche im Hochparterre Räume für die Nutzung durch das Theater umgebaut. Dies beinhaltet Räumlichkeiten für das Orchester, die Maske, einen Multifunktionsraum, Umkleiden mit Duschen, Sanitärbereiche, Teeküche, 1. Hilfe- und Feuerwehrraum sowie Lagerbereiche. Der Zugang erfolgt über eine Türöffnung in der nordwestlichen Gebäudeecke des denkmalgeschützten Reduits. Das für den Festungsbau typische Quadermauerwerk wurde in den neu ausgebauten Räumen vom Putz befreit. Durch einfaches Schlämmen der Oberflächen bleibt die Struktur des Mauerwerkes erhalten.

Der Ausbaustandard ist insgesamt einfach gehalten. Ziel war es, in Absprache mit der Denkmalpflege, die Eingriffe in den Bestand möglichst gering zu halten. Neue notwendige Wände wurden in Mauerwerk oder Leichtbau erstellt, die Optik wurde deutlich anders gestaltet als das alte Gemäuer. Die Bodenbeläge in den Aufenthaltsräumen wurde in Industrieparkett aus Eiche ausgeführt. Nassräume sind gefliest und die Nebenräume lediglich mit Estrichböden versehen. In den Fluren wurde der alte, marode Gussasphaltboden komplett erneuert. Es wurde ein dunkel eingefärbter Industrieestrich verlegt.

Das bestehende Treppenhaus und die angrenzenden nicht ausgebauten Flure wurden mit Brandschutztüren oder neuen Wänden verschlossen. Die neu ausgebauten Flure erhielten Verglaste Brandschutztüren, die die Großzügigkeit der Räumlichkeiten unterstreichen. Die in dunklem Farbton gehaltenen neuen Fenster aus Holz vermitteln – durch die zweiflügelige Teilung mit horizontalem Oberlicht – zwischen der historischen Sprossenteilung und modernen Formaten.

Aus die Haustechnik wurde ertüchtigt, diese ist auf einfachem Niveau gehalten. Lediglich die elektrischen Anschlusswerte wurden aufgrund der Nutzung durch das Theater hoch angesetzt. So wurde ein neuer Transformator mit 630 kWh eingebaut. Die neue Trinkwasserleitung führt über den Innenhof unter der neuen Brücke zur Anschlussleitung der SWU. Die Heizung der Räume erfolgt über eine dezentrale Ölbrennwerttherme. Dies stellt eine effiziente Interimslösung dar, bis weitere Nutzungen in der Wilhelmsburg verankert werden und dann eine energieeffiziente Gesamtlösung für die Burg geplant werden kann.

Zeitschiene:

Baubeginn August 2016
Fertigstellung April 2017

07/09/2017