Äußere Erschließung

Die Wilhelmsburg ist derzeit nur von der Prittwitzstraße aus erreichbar. Der Zugang zum Innenhof erfolgt über das Haupttor auf der Südseite.
Die in Anlage 2 dargestellte Erschließungsvariante 3a stellt nach Untersuchung und Abwägung der erforderlichen Eingriffe und Kosten die verträglichste Erschließungslösung dar. Die Variante sieht einen Ausbau des von Norden laufenden bestehenden Schotterweges zwischen dem angrenzenden Wald und der nach historischem Vorbild gestalteten Böschung zu einer Erschließungsstraße mit Einfahrt über ein neues Brückenbauwerk durch das ehemalige Flankentor vor. Das Brückenbauwerk soll nun 2016 als erster Baustein für die äußere Erschließung umgesetzt werden.
Der zweite Bauabschnitt wurde von der Abteilung Verkehrsplanung konzipiert und muss noch an das Ergebnis der Mehrfachbeauftragung für die restlichen drei Bauabschnitte angepasst werden. Die Umsetzung ist für 2017 vorgesehen.

Brückenbauwerk

Das Brückenbauwerk für die Zufahrt zur Wilhelmsburg gliedert sich in zwei Bauteile:

  • Brücke über den Burggraben
  • Durchfahrt im Gebäude

Die Zufahrt über das Bauwerk ist als Gerade mit einem konstanten Längsgefälle von 1,0 % trassiert, sodass anfallendes Oberflächenwasser von der Wilhelmsburg weggeleitet wird. Das Bauwerk wird für Verkehrslasten von LKW entsprechend den dafür aktuell gültigen Lastannahmen bemessen.

Gestaltung

Das neue Brückenbauwerk wird als Einfeldträger an die Wilhelmsburg herangeführt. Der Überbau besteht aus einem längs vorgespannten, zweistegigen Plattenbalken mit einer Bauhöhe von 1m. Die Trasse der Zufahrt liegt am östlichen Widerlager tiefer als das bestehende Gelände, sodass die Stützmauer am Burggraben und der östlich dem Widerlager befindliche Erdwall der Brücke angepasst werden müssen.
Als Durchfahrt in die Wilhelmsburg wird im Innenhof ein bestehendes Tor und in der Außenfassade eine verschlossene Wandöffnung der früheren Brücke genutzt. Für die erforderliche Durchfahrtshöhe ist es erforderlich, dass die Gewölbedecke über dem Kellergeschoss abschnittsweise abgebrochen und durch eine tieferliegende Fahrbahn ersetzt werden. Im Bereich der tieferliegenden Gewölbedecke wird der Kellerboden im Gang abgesenkt, sodass der Durchgang weiterhin in vollem Umfang genutzt werden kann. Eine lichte Höhe von ≥ 2 m wird eingehalten. Diese Eingriffe wurden mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt.
Den seitlichen Überbauabschluss bilden 20 mm starke Corten-Stahlplatten, die außen an den Stirnseiten der Kappen befestigt werden. Die Höhe des Geländers beträgt 1,10 m.
Die Stahlbeton-Brüstungen innerhalb der Wilhelmsburg werden mit ca. 5 mm starken Corten-Stahlblechen verkleidet, womit der optische Eindruck des Geländers auf der Brücke in den Innenbereich der Wilhelmsburg übertragen wird.
Die Toröffnungen werden beidseitig mit zweiflügligen Toren verschlossen. Die Torzargen werden innen an den Mauern befestigt, um den Verkehrsraum nicht zu beschränken.
An der Wilhelmsburg wird im Bereich des Überbaues ein Vogeleinflugschutz gemäß VES 1 angebracht.
Die Gestaltung des östlichen Abschlusses der Brücke erfolgt im Zuge der noch ausstehenden Mehrfachbeauftragung. Die Brückenkonstruktion lässt eine variable Anpassung des Bereiches zu.

Gründung

Für das östliche Widerlager der Brücke wurde eine Tiefgründung mit Ortbetonbohrpfählen gewählt. Diese gewährleistet, dass die auftretenden Lasten aus dem Bauwerk in den tiefen Baugrund abgeleitet werden und sich keine negativen Auswirkungen auf die Natursteinstützmauer am Burggraben ergeben.
Damit die bestehende Gründung der Wilhelmsburg durch den Einbau der Gebäudedurchfahrt nicht zusätzlich belastet wird, wurde auch hier eine Tiefgründung gewählt. Stabverpresspfähle leiten die Bauwerkslasten über eine Pfahlkopfplatte, die auf den bestehenden Boden betoniert wird, in den Untergrund ein.

Bauablauf

Die Bauarbeiten beginnen mit dem Einbau der Stabverpresspfähle im Gebäude sowie den Abbrucharbeiten an der Innenseite der Außenwand im Bereich der Auflagerbank und des abzusenkenden Mittelgangs. Anschließend werden die Bodenplatte und die Wände im Keller betoniert. Das bestehende Gewölbe wird in drei Abschnitten ausgebrochen und durch die abgesenkte Fahrbahnplatte der Gebäudedurchfahrt ersetzt. Zeitversetzt zu den Arbeiten in der Wilhelmsburg werden die Aushubarbeiten am östlichen Widerlager begonnen und die Ortbetonbohrpfähle hergestellt. Im Anschluss erfolgt der Teilabbruch der Stützmauer am Burggraben sowie das Herstellen des Blockwiderlagers bis auf Höhe UK Überbau. Mit dem Aufbau des Lehrgerüsts und dem Betonieren des Überbaus sind die wesentlichen Brückenbauarbeiten abgeschlossen. Nach dem Trocknen des Überbaus und der Gebäudedurchfahrt wird die Abdichtung im Bereich der Kappen aufgebracht und anschließend die Kappen hergestellt. Danach wird die Abdichtung im Fahrbahnbereich vervollständigt und die Schutzschicht eingebaut.
Die Bauzeit für die Herstellung der Brücke und der Gebäudedurchfahrt beträgt ca. 6-7 Monate.

Abstimmung

Die Eingriffe in die Bundesfestung, sowie die Gestaltung der Brücken, wurden mit den entsprechenden städtischen Abteilungen und dem Landesdenkmalamt abgestimmt.