Der Planungswettbewerb um die äußere Erschließung der Wilhelmsburg ist entschieden: Einstimmig hat sich eine Jury aus Fachleuten und Gemeindratsmitgliedern gestern (17. November) unter Vorsitz der Freisinger Landschaftsarchitektin Doris Grabner für den Entwurf des Stuttgarter Büros Koeber Landschaftsarchitektur entschieden. Ziel des von der Stadt ausgelobten Wettbewerbs war es, ein Entrée über das bereits in Planung befindliche neue Flankentor zu schaffen. Auch der Übergang zwischen der denkmalgeschützten Anlage (Burg, Graben und Wall) mit dem unmittelbar angrenzenden Naturraum, der teilweise unter Landschaftsschutz steht, soll neu gestaltet werden.

Dabei sollten sich die Freianlagen möglichst unauffällig und selbstverständlich in das Umfeld einbinden. Eine zurückhaltende, einfache Gestaltung der Freianlage war ausdrücklich gewünscht, die vor allem die Wilhelmsburg selber zur Geltung bringen soll.

Landschaftsarchitekt Jochen Köber habe diese Aufgabe am besten gelöst. Seine Gliederung des Ankunftsbereichs in drei klar definierte Orte – den Platz zum Ankommen und Wenden der Busse, den Eingangsort von der Prittwitzstraße und vor dem Haupteingang in die Wilhelmsburg im Süden – überzeugte die Juroren.

Die Wettbewerbsbeiträge sind von Montag, 21. November, bis einschließlich Freitag, 25. November, jeweils von 8.30 bis 17.30 Uhr in der Wilhelmsburg in den Räumen der dort ansässigen Firma „High Solar“ (Prittwitzstraße 100) zu sehen.

Sie ist den Ulmern eines ihrer liebsten Kinder. Immer, wenn Theatersommer ist, strömen sie in rauen Mengen hinauf auf den Gipfel des Michelsberges – so mancher nicht nur allein des Theaters wegen, sondern weil die Kulisse im mächtigen Festungsgeviert so theatral ist.

Und wenn der Förderkreis Bundesfestung mal wieder eine Führung durch einen der vier kasemattierten Flügel, auf einen der beiden Flügeltürme oder den Mittelturm anbietet, dann wird der Verein jedes Mal schier überrannt. Jeder will mal rein in die Wilhelmsburg, in deren riesigen Hof das Ulmer Münster fast zweimal hinein passen würde.

Kein Wunder, dass die seit etlicher Zeit laufenden Bemühungen der Stadt um Belebung der Burg waches öffentliches Interesse hervorrufen. Zurzeit ist sie ja Baustelle. An ihrer Ostflanke wird ein größerer Zugang geschaffen. Nicht zuletzt,  um  die Voraussetzungen für die Theaterschaffenden zu verbessern. Wenigstens gescheit umziehen sollen sich die Schauspieler künftig können. Freilich ist es mehr als eine Millionen schwere Investition fürs Theater. Es geht darum, die Wilhelmsburg für alle Zeit und alle Anlässe besser zu erschließen.

Immer aktuell unterrichtet über das Geschehen auf der Burg und um sie herum werden die Ulmer über die neu gestaltete Website www.die-wilhelmsburg.de, die online gegangen ist. Ganz neu ist, dass sich die Bürger über die auf dieser Seite geschaltete „Wibu-App“ aktiv einschalten können in den weiteren Diskussionsprozess, was mit und auf der Wilhelmsburg passieren soll.

Eine der Fragen wird  in einer Mitteilung der Stadt Ulm wie folgt aufgeworfen: „Ist das Münster allseits bekannt und im wahrsten Sinne des Wortes Highlight in der Donaustadt, muss das Reduit der Bundesfestung (die Wilhelmsburg; d. Red. ) erst noch sichtbar gemacht werden. Wodurch könnte dies geschehen und was braucht es zur Realisierung?“ Ist das ein leiser Aufruf zum Abholzen des Waldes, auf  dass die Sicht frei werde auf die Burg wie zur Zeit ihrer Fertigstellung 1849, als der Michelsberg nicht bewaldet war? Einmischung jedenfalls dringend erwünscht. Die „Wibu-App“ macht es leicht, seine Meinung kund zu tun.

Grundlegende Gedanken sind ja längst gesammelt worden, in  Foren und  Expertenanhörungen. Drei grundlegende Nutzungsideen haben sich dabei herauskristallisiert: Kulturburg, Friedensburg, Wissensburg. Was sich die Ulmer daruner vorstellen können? Die „Wibu-App“ bittet um Antworten auf ihrem Fragebogen.

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Stahlgitter, Beton und kräftige Mannsbilder beherrschten gestern die Szenerie hoch über Ulm an der Ostflanke der Wilhelmsburg. Dort wird ein neuer Zugang ins größte Werk der Bundesfestung geschaffen, um diese in Zukunft besser andienen zu können – vor allem im alle zwei Jahre stattfindenden Theatersommer. Die Betonarbeiten laufen seit gestern auf vollen Touren. Entstehen wird auf vier massiven Betonpfählen, die bis zu 20 Meter in die Tiefe gerammt worden sind, eine Brücke, die Lasten bis zu 60 Tonnen trägt. Alles in allem werden in diesem ersten Schritt Maßnahmen für sieben Millionen Euro realisiert. Dazu gehört, dass die Infrastruktur fürs Ulmer Theater verbessert wird: Garderoben, Duschen, Toiletten. Die Stadt wendet 2,7 Millionen Euro auf, der große Rest kommt aus dem Bundesförderprogramm  „Nationale Projekte des Städtebaus“. hut/Foto: Lars Schwerdtfeger

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